Auto Motor und Sport testete 8 Sommerreifen in der Größe 195/55 R16 auf einem Hyundai i20 (konventionell) und einem Hyundai Inster (elektrisch). Der Test gewichtete drei Kategorien: Nass (50 %), Trocken (40 %) und Umwelt (10 %). Für die separate E-Auto-Wertung verschiebt sich die Gewichtung auf Nass 50 %, Trocken 20 %, Umwelt 30 %.
Das Highlight: Ein brandneuer Dunlop — der Blue Response TG, der erste Reifen unter Sumitomo/Falken-Eigentümerschaft — erzielte ein herausragendes 9,6/10 und holte sich den Testsieg. Am Ende landete der Giti Synergy H2, der zwar ein begehrtes Triple-A EU-Label trägt, aber als Letzter abschnitt — ein Beweis dafür, dass Praxistests und Label-Bewertungen sehr unterschiedliche Geschichten erzählen können.
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Vergleich der Top 3
Gesamtranking
1. Dunlop Blue Response TG (★90) — 9,6/10 (überragend)
Der klare Testsieger dominiert sowohl im Nassen (9,9) als auch im Trockenen (9,7). Hervorragender Grip auf nassem und trockenem Asphalt, präzise Lenkung, ausgezeichnete Spurwechselstabilität. Die einzige Schwäche: sehr hoher Rollwiderstand (6/10) und Kraftstoffverbrauch — der Kompromiss für maximale Sicherheit.
2. Vredestein Ultrac+ (★58) — 8,0/10 (sehr gut)
Starke Nassleistung mit dem kürzesten Nassbremsweg (35,5 m). Sicheres Handling, wenngleich etwas unpräzise und träge in trockenen Kurven. Leicht erhöhter Rollwiderstand und schwaches Reifenquietschen.
3. Michelin Primacy 5 (★84) — 7,8/10 (gut)
Ein ausgewogener Reifen mit harmonischer Dynamik, exzellentem Aquaplaningschutz und einem der besten Geräuschwerte (10/10). Längere Trockenbremswegeundeine Komfortschwäche durch geringe Dämpfung bremsen ihn jedoch aus. Mit 135 € ist er zudem der teuerste Reifen im Test.
4. Falken e.Ziex (★88) — 7,7/10 (gut)
Der Komfortchampion (10/10) und die beste Empfehlung für E-Autos dank starker Effizienz. Sicheres, aber etwas unspektakuläres Handling. Längere Nassbremswegeund instabiles Nassfahrverhalten in Kurven sind die Kehrseite der Medaille.
5. Firestone Roadhawk 2 (★75) — 7,7/10 (gut)
Dynamische Nassleistung mit hervorragendem Aquaplaningschutz (10/10 Queraquaplaning). Ordentlicher Trockenkurvegrip, jedoch träge Lenkreaktion und schlechte Effizienz ziehen die Wertung nach unten.
6. Continental EcoContact 6 (★56) — 7,5/10 (gut)
Der Effizienzking: niedrigster Rollwiderstand (5,8 kg/t), 356 km E-Auto-Reichweite und der leiseste Innenraum. Die auf Effizienz optimierte Konstruktion bringt jedoch klare Defizite bei der Nasshaftung — der Nassbremsweg ist 6,4 m länger als beim Dunlop. Beste Wahl für E-Auto-Fahrer, die Reichweite über absolute Sicherheit stellen.
7. Cooper Summer (★55) — 7,4/10 (gut)
Der Newcomer aus dem Goodyear-Stall bietet sicheres, berechenbares Handling auf nassen und trockenen Straßen mit ausgezeichnetem Aquaplaningschutz. Eingeschränkt wird er durch die längsten Trockenbremswegeim Test (37,5 m) und einen erhöhten Rollwiderstand.
8. Giti Synergy H2 — 7,1/10 (gut)
Trotz seines beeindruckenden Triple-A EU-Labels landet der Giti auf dem letzten Platz. Lange Nassbremswegeaktuell (43,8 m — über 8 m mehr als der Vredestein), träges Handling und grenzwertiger Grip. Vergleichsweise komfortabel, aber das Label verspricht weit mehr, als der Reifen im Praxistest hält.
Wichtigste Erkenntnisse
Das zentrale Thema dieses Tests ist der Kompromiss zwischen Effizienz und Sicherheit. Die Daten zeigen, dass eine Verbesserung des Rollwiderstands um 10 % den Nassbremsweg um rund 18 % verlängert. Der Continental EcoContact 6 erzielt 39 km mehr E-Auto-Reichweite als der Dunlop, zahlt dafür aber mit 6,4 m längerem Nassbremsweg — ein Unterschied, der über Beinahe-Unfall und Kollision entscheiden kann.
Zwei brandneue Marktneuheiten feiern hier ihr Debüt: der Dunlop Blue Response TG (★90), der erste Dunlop-Reifen, der unter Sumitomo/Falken entwickelt wurde, nachdem die Markenrechte 2025 den Besitzer wechselten, und der Cooper Summer (★55), der nach der Cooper-Übernahme von Goodyear-Technologie profitiert. Beide liefern bei ihren ersten Auftritten solide Ergebnisse.
Das Giti-Paradox verdient besondere Aufmerksamkeit: Ein Reifen, der die bestmöglichen EU-Label-Bewertungen (A/A/A) für Rollwiderstand, Nasshaftung und Geräusch trägt, landet im realen Vergleich auf dem letzten Platz. Dies ist eine eindringliche Erinnerung daran, dass standardisierte Labeltests und reale Zeitschriftentests grundlegend unterschiedliche Dinge messen.