Sommerreifen

Tyre Reviews UUHP Sommerreifentest 2026 (235/35 R19): Pirelli P Zero R dominiert auf Trocken- und Nassfahrbahn

Jiri Zelinka Autor Jiri Zelinka
4 Min. Lesezeit

Tyre Reviews hat seinen Ultra-Ultra-Hochleistungs (UUHP) Sommerreifentest 2026 veröffentlicht und dabei 8 Reifen einer umfassenden Prüfung in der Größe 235/35 R19 unterzogen, mit besonderem Schwerpunkt auf dem subjektiven Handling. Zehn Einzeldisziplinen wurden in vier Hauptkategorien getestet: Trocken, Nass, Komfort/Geräusch und Wirtschaftlichkeit.

Das Ergebnis: eine dominante Leistung des neuen Pirelli P Zero R (★90), der den Michelin Pilot Sport Cup 2 auf Trockenfahrbahn und den Continental SportContact 7 (★100) auf Nassfahrbahn schlug — eine Leistung, die nur wenige vorhergesagt hätten. Währenddessen erwies sich ein Billigreifen von Kingboss auf nasser Fahrbahn als gefährlich langsam.

Die Top 3 auf einen Blick

Sieger: Pirelli P Zero R

Der Pirelli P Zero R (★90) holt einen überzeugenden Sieg. Er erzielte den kürzesten Trockenbremsweg (31,7 m aus 100 km/h), die schnellste Trockenhandlingzeit (76,48 s) und — bemerkenswert — auch die schnellste Nasshandlingzeit (99,38 s). Seine Lenkung zeichnet sich durch einen linearen Aufbau mit möglicherweise dem besten Vorderachsgefühl in der Gruppe aus. Beim Nassbremsen lag er kaum hinter dem Continental (24,89 m vs. 24,54 m). Die einzigen Kompromisse: höherer Rollwiderstand (9,8 kg/t) und mittelmäßiger Komfort. Die größte Einschränkung ist das sehr begrenzte Größenangebot — derzeit sind nur 3 Nicht-OE-Größen erhältlich, obwohl weitere folgen sollen.

Starker Zweiter: Bridgestone Potenza Sport Evo (★93)

Der Bridgestone Potenza Sport Evo (★93) belegte mit einem mitreißenden Fahrerlebnis den zweiten Platz. Sein nicht-linearer Lenkungsaufbau vermittelt ein wirklich aufregendes Gefühl, selbst unterhalb der Haftungsgrenze. Im Nassen war er merklich schneller als der Continental, mit exzellentem Vorderachsansprechverhalten und einem stabilen Heck. Die Evo-Version behebt die Schwächen des originalen Potenza Sport beim Rollwiderstand und Reifenverschleiß auf der Rennstrecke. Der einzige nennenswerte Nachteil: Er war der lauteste Reifen im Test mit 73,7 dB.

Dritter Platz: Continental SportContact 7

Der Continental SportContact 7 (★100) belegte mit seinem bewährten Rezept aus Sicherheit und Effizienz den dritten Platz. Er lieferte den kürzesten Nassbremsweg (24,54 m) und den niedrigsten Rollwiderstand (8,8 kg/t, gleichauf mit Kingboss). Sein Aquaplaningwiderstand war der zweitbeste. Das subjektive Handling rangierte jedoch nur im Mittelfeld — die Lenkung zeigte eine leichte Elastizität rund um die Mittellage, die ihn gegenüber den fahrerorientierten Reifen an der Spitze zurückhielt.

Vierter Platz (geteilt): Goodyear und Michelin

Der Goodyear Eagle F1 SuperSport war der komfortabelste Reifen im Test (7,25 Punkte) mit starkem Nasshandling und dem höchsten subjektiven Nasspunktestand. Er zeigt jedoch langsam sein Alter — der Rollwiderstand war mit 10,4 kg/t der schlechteste im Test und die Bremsleistung nur mittelmäßig. Der Michelin Pilot Sport Cup 2 erzielte den gemeinsam höchsten subjektiven Trockenhandlingwert (8,75 Punkte) mit den schärfsten Lenkreaktionen und war der leiseste Reifen (71,3 dB). Sein 80:20-Fokus auf die Rennstrecke bedeutete jedoch schwieriges Nassgrip-Verhalten, insbesondere auf stehendem Wasser, wo das Heck unberechenbar wurde.

Nassbremsen: Die Sicherheitsbotschaft

Die wichtigste Sicherheitsbotschaft kommt vom Nassbremsen. Aus 80 km/h kam der Continental auf 24,54 m zum Stehen, während der Kingboss 31,48 m benötigte — eine Differenz von 6,94 m (28,3 %). Bei Autobahngeschwindigkeiten entspricht dieser Unterschied etwa 4,1 Fahrzeuglängen zusätzlichem Bremsweg. Das Trockenbremsen zeigte ein ähnliches Muster: Der Pirelli kam aus 100 km/h auf 31,7 m zum Stehen, während der Kingboss 38,92 m benötigte — über 7 Meter mehr.

Der Kingboss G866 belegte den letzten Platz und wurde als Reifen mit “keinem nutzbaren Nassgrip” beschrieben. Er war auf Trockenfahrbahn sechs Sekunden pro Runde langsamer und im Nassen über 17 Sekunden langsamer. Trotz akzeptabler Rollwiderstands- und Komfortwerte sollte er vollständig gemieden werden — sowohl für Enthusiasten als auch für Alltagsfahrer.

Die Handling-Überraschung

Der vielleicht überraschendste Befund war, dass der Pirelli P Zero R den Michelin Pilot Sport Cup 2 beim Trockenhandling schlug — einem Reifen, den Michelin als 80-%-Rennstreckenprodukt positioniert. Der Pirelli war 0,32 Sekunden pro Runde schneller und erreichte den gleichen subjektiven Höchstwert für Handling wie der Cup 2. Im Nassen war der Vorsprung noch größer: Der Pirelli war knapp 8 Sekunden pro Runde schneller. Für Fahrer, die den ultimativen Performance-Straßenreifen suchen, scheint der P Zero R neu zu definieren, was mit einem straßenzugelassenen Reifen möglich ist.

Fazit

Dieser Test bestätigt, dass das UUHP-Segment ein außerordentliches Niveau erreicht hat. Die vier besten Reifen lieferten alle ein Nasshandling innerhalb von 5 Sekunden voneinander, während der Kingboss 17,76 Sekunden langsamer war. Die Fähigkeit des Pirelli P Zero R, gleichzeitig auf beiden Untergründen zu dominieren, ist in der Geschichte der Tyre Reviews Tests beispiellos. Für jeden mit einem kompatiblen Fahrzeug ist er die klare Wahl — die einzige Frage ist, ob die passende Größe bereits erhältlich ist.